Das ändert sich 2019: Anpassung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung

Zum Jahreswechsel wird der Beitragssatz für die Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Der Gesetzgeber reagiert damit auf die steigende Anzahl der Leistungsfälle und zunehmenden Ausgaben, die nicht zuletzt dem Pflegestärkungsgesetz geschuldet sind.
Mit einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Beitragssatz sollen der Pflegeversicherung ab 1. Januar 2019 rund 7,6 Milliarden Euro mehr in die Kasse gespült werden. Damit wäre die Beitragsstabilität bis 2022 sichergestellt, so die Berechnungen des Bundesministeriums für Gesundheit. Notwendig geworden war die Beitragsanpassung aufgrund des enormen Anstiegs an Leistungsfällen und -ausgaben, die die Pflegeversicherung an ihre Grenzen gebracht haben.

Steigender Beitragssatz in der Pflegeversicherung

Jeder wünscht sich für den Pflegefall die bestmögliche Versorgung, die in erster Linie von qualifizierten Pflegekräften geleistet wird. Angesichts der teilweise dramatischen Situation sind auch die meisten Versicherten dazu bereit, einen höheren Beitrag zu bezahlen, sofern sich dies in verbesserten Leistungen niederschlägt. Mit der geplanten Anpassung auf 3,05 Prozent soll die Pflegesicherung in die Lage versetzt werden, das mit der in der vergangenen Legislaturperiode umgesetzten Reform entstandene Defizit auszugleichen.

llein die Anzahl der Pflegebedürftigen stieg im Zuge der Neufestlegung der Pflegebedürftigkeit kräftig an: Im Vergleich zum Ende des Jahres 2013 galten im Jahr 2017 rund 700.000 Personen mehr als pflegebedürftig. Damit mussten auch 12 Milliarden Euro mehr für Leistungen ausgegeben werden, sodass die Kosten den Stand von 35,5 Milliarden Euro erreichten. Um das daraus resultierende Minus zu decken, wäre eine Anhebung des Beitragssatzes um 0,3 Prozentpunkte notwendig gewesen. Allerdings hätte dies nur ein Problem der Pflegeversicherung gelöst, denn das gesamte Pflegesystem steht vor enormen Herausforderungen. 

Wachsender Bedarf: Zehntausende Pflegekräfte fehlen 

Wie aktuelle Prognosen belegen, werden in den nächsten Jahren massiv zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Um den Beruf attraktiver zu machen, soll demnach die Bezahlung verbessert werden. Gleichzeitig werden ausländische Fachkräfte für Entlastung sorgen. Ein erster Schritt lässt sich mit dem höheren Beitragssatz schon Anfang 2019 realisieren: Rund 13.000 Pflegekräfte werden demnach zusätzlich in stationären Einrichtungen eingestellt. Darüber hinaus finanziert die Krankenversicherung jede aufgestockte und zusätzliche Stelle für Pflegekräfte in Kliniken. Auch die Tarifsteigerungen für die Pflege im Krankenhaus werden rückwirkend ab 2018 von den Kostenträgern realisiert.

Damit greift der Gesetzgeber die aktuellen Probleme in der Pflege auf, denn die Arbeitsbedingungen und der Arbeitsalltag vieler Pflegekräfte waren zunehmend in Kritik geraten. Nur mit zusätzlichen Fachkräften kann die notwendige Entlastung geschafft werden. Ein wichtiger Schritt ist die Stärkung der Ausbildung, für die Pflegeschüler bislang Schulgeld bezahlen mussten. Der Beruf ist anspruchsvoll, was eine solide und umfassende Ausbildung umso wichtiger macht. Mit dem Wegfall des Schulgeldes und besseren Verdienstchancen soll die Pflege zum attraktiven Berufsfeld entwickelt werden. Um die damit verbundenen Kosten nicht allein auf die Schultern der Pflegebedürftigen zu laden, steigt der Beitragssatz um weitere 0,2 Prozentpunkte, sodass die Gesamtanhebung 0,5 Prozentpunkte beträgt.

Pflegeversicherung: Neuer Beitragssatz ab 1.1.2019

Für Versicherte bedeutet das: Künftig werden 3,05 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens abgeführt, die Hälfte trägt der Arbeitgeber. Kinderlosen Beschäftigten wird weiterhin ein Zuschlag von 0,25 Prozent abgezogen, der allein zu tragen ist. Privat Krankenversicherte müssen ebenfalls mit Beitragsanpassungen in der Pflegeversicherung rechnen, die genaue Höhe wird mit den jährlichen Informationsschreiben mitgeteilt.

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