Es muss nicht immer Alzheimer sein

Auch wenn die Diagnose "Alzheimer" lautet, muss es nicht immer Demenz sein. Allzu oft wird heutzutage Alzheimer diagnostiziert, obwohl hinter dem Vergessen im fortgeschrittenen Alter sowie hinter Orientierungsschwierigkeiten auch ganz andere Leiden stecken können. Doch eine neue Therapie lässt Hoffnung gegen die fortschreitende Zerstörung des Gehirns aufkommen. Warum Sie nicht jeder Diagnose Glauben schenken sollten, was die multimodale Therapie Neues bringt und was Sie selbst durch einen veränderten Lebensstil für sich tun können.

Alzheimer: Untersuchungen begründen nicht immer eine zweifelsfreie Diagnose

Die Diagnose Alzheimer und die damit verbundene fortschreitende Zerstörung des Gehirns jagt vielen Menschen Angst ein. Läuft man doch Gefahr, so zu enden, wie alles begonnen hat - mit den geistigen Fähigkeiten eines Kleinkinds. Rund eine Million Menschen sollen von Demenz betroffen sein. Doch die Untersuchungen, mit denen Alzheimer aktuell diagnostiziert wird, begründen nicht immer eine zweifelsfreie Diagnose. Das wurde jüngst in einem Beitrag in Ausgabe 10/2017 von Guter Rat erörtert. Auch wenn der "Mini Mental Status Test" Schwächen bei simplen Rechen- und Merkfragen aufdeckt oder in der Rückenmarksflüssigkeit Eiweiße entdeckt werden, die sich auch im Gehirn ablagern können, sind das keine erschöpfenden Gründe für eine zweifelsfreie Diagnose. Hinter Demenzsymptomen und Schädigungen des Gehirns können auch andere Ursachen und Leiden stecken. So können beispielsweise Medikamente wie Schlafmittel und Antidepressiva, Schilddrüsenleiden, Altershirndruck, ein Mangel an Vitamin B 12, Infektionen wie Borreliose oder Syphilis, Schlafapnoe, Vergiftungen oder Schlaganfälle das Gehirn schädigen.

Alzheimer: Neueste Studien bringen neue Erkenntnisse

In Guter Rat Ausgabe 10/2017 wurde auch die Hypothese, dass wuchernde mysteriöse Eiweiße in Nervenzellen und im Gehirn der Grund für die unaufhaltsame Zerstörung des Gedächtnisses und der Persönlichkeit von an Alzheimer erkrankten Menschen sind, auf den Prüfstand gestellt.

  1. In der weltberühmten Nonnenstudie der University of Kentucky wurden 678 Nonnen im Alter zwischen 75 und 106 Jahren untersucht. Im Ergebnis ließen Eiweißklumpen im Gehirn keine Rückschlüsse auf die geistigen Fähigkeiten zu. Umgekehrt wurden bei Nonnen, die zu Lebzeiten keine Demenzsymptome aufwiesen, nach ihrem Tod deutliche Hinweise auf für Alzheimer typische Hirnschäden festgestellt. Andererseits konnten bei Nonnen, die im Alter unter Demenz litten, keine Ablagerungen im Gehirn festgestellt werden.
  2. Eine aktuelle Studie der University of San Francisco richtete ihren Fokus auf die Genauigkeit von Alzheimer-Diagnosen. Rund 18.000 Patienten, bei denen die Diagnose Alzheimer gestellt wurde, nahmen an der IDEAS-Studie (Imaging Dementia-Evidence for Amyloid Scanning) teil, von denen manche an leichten Gedächtnisstörungen litten, während andere schwerstverwirrt waren. Als Forschungsgrundlage wurden die Gehirne der Probanden durchleuchtet, um Eiweißablagerungen und Stoffwechselvorgänge im Gehirn sichtbar zu machen. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass wenn keine Eiweißablagerungen im Gehirn vorhanden sind, dass der Patient auch nicht an Alzheimer leidet. Die IDEAS-Studie endete mit dem Ergebnis, dass rund 40 Prozent der Patienten nicht an Alzheimer litten, dass diesbezüglich falsche Diagnosen gestellt und eine falsche Therapie eingeleitet worden war.

Alzheimer: Neuer Behandlungsansatz reduziert Demenzrisikofaktoren

Sind Hirn- und Persönlichkeitsstörungen sowie Orientierungsschwierigkeiten vorhanden und wird keine andere Ursache gefunden, gibt es nach derzeitigem Wissensstand keine Therapie, die Heilung verspricht. Seit 1998 sind über hundert Projekte der Pharmaindustrie gescheitert, um die Symptome von Alzheimer und das Zellsterben im Gehirn zu stoppen. Wie in dem Bericht über Alzheimer in Ausgabe 10/2017 von Guter Rat zu lesen war, gibt es allerdings einen neuen Behandlungsansatz, die multimodale Therapie. Das ist ein Konzept, das auf eine Änderung des Lebensstils und auf engmaschigere ärztliche Kontrollen setzt mit dem Ziel, die Demenzrisikofaktoren wie Schlaganfall und Diabetes zu reduzieren. In der sogenannten FINGER-Studie unterzogen sich Probanden im Alter zwischen 49 und 75 Jahren dem sogenannten MEND-Protokoll. Auf der Grundlage einer Blut- und Urinanalyse reduzierten sie die Kohlenhydrate, bekamen Vitamine und Hormone, nahmen Probiotika und Fischöl ein, besuchten Schwimmkurse und machten Yoga. Nach zehn Monaten war rund die Hälfte der Probanden wieder arbeitsfähig. Deshalb sollen diese Maßnahmen jetzt in großem Stil wissenschaftlich überprüft werden.

Was Sie tun können

In Anlehnung an die jüngsten Forschungsergebnisse haben wir die wichtigsten Regeln für Sie zusammengefasst:

  1. Auf die richtigen Fette kommt es an
    Bestimmte Fette, zum Beispiel Kokosfett, fördern die Bildung von Ketonen, die Reparaturen im Gehirn fördern, während Omega-3-Fettsäuren die Gedächtniszellen fit machen.
  2. Essen Sie grün
    Eine Portion grünes Gemüse - Spinat, Lauch und Salat - reicht aus, um den Abbau von Gehirnzellen zu verzögern. Besonders wichtig ist neben anderen Vitaminen und Mineralstoffen Vitamin K, das vor Gefäßablagerungen schützt.
  3. Würzen Sie gelb
    Mit Gelb würzen ist vor insbesondere Kurkuma gemeint, das nicht nur den Abbau toxischer Eiweißablagerungen unterstützt und entzündungshemmend wirkt. Beides ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt.
  4. Bringen Sie Bewegung in Ihr Leben
    Zu Fuß einkaufen, Treppen steigen und Tätigkeiten im Haushalt bringen Bewegung in Ihr Leben. Wer darüber hinaus in einem Verein aktiv ist, schwimmen, wandern oder ins Fitnessstudio geht, trainiert Körper und Hirnzellen.
  5. Verbringen Sie Zeit in Gesellschaft
    Nicht nur wenn Sie allein leben, sollten Sie Kontakte pflegen. Das gilt für Nachbarn, Freunde, Bekannte, Kinder und Enkel gleichermaßen ebenso wie für Hobbies und Freizeitaktivitäten.

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