Warum eine Pflegevorsorge so wichtig ist - ein Beispielfall aus dem Leben

Erika K. ist gerade 70 Jahre alt geworden. Sie ernährte sich immer gesund, war immer aktiv, erledigte Einkäufe mit dem Fahrrad, wanderte viel und machte im Frühjahr und Herbst Urlaub in den Bergen. Vor einem Jahr ist sie plötzlich und ohne erkennbare Anzeichen krank geworden. Seitdem muss sie sich daran gewöhnen, viele alltägliche Dinge nicht mehr allein erledigen zu können. Es beginnt beim Waschen und Ankleiden und reicht bis zum Treppensteigen, wo sie ebenfalls Hilfe benötigt. Ihr gleichaltriger Mann ist mit dieser Situation vollkommen überfordert. Bislang war er gewohnt, eine körperlich und geistig fitte Frau an seiner Seite zu haben, die bis dahin den Haushalt weitgehend allein gemanagt hatte.

Pflege ohne private Pflegevorsorge

Erika K. hat keine private Pflegeversicherung und ist ausschließlich auf ihre Rente und auf die Kostenübernahme durch die gesetzliche Pflegeversicherung angewiesen. Aufgrund ihrer Krankheit wurde sie vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) in Pflegegrad 2 eingruppiert. Da Erika K. gerne zuhause wohnen bleiben möchte, nimmt sie den Ambulanten Pflegedienst in Anspruch, für den 900 Euro im Monat anfallen. Die gesetzliche Pflegeversicherung bezahlt gerade einmal 689 Euro im Monat, sodass der Eigenanteil bei 211 Euro liegt. Hinzu kommen die Miete, die Lebenshaltungskosten und eine Putz- und Haushaltshilfe für 20 Stunden im Monat. Bei einer Rente von 1.300 Euro netto ist die finanzielle Belastung zu hoch, sodass Erika K. ohne die finanzielle Unterstützung ihres Mannes und ihrer Tochter nicht über die Runden kommen würde. Mit dieser Situation ist Erika K. nicht allein. Es gibt viele ältere Menschen, die unter einer Versorgungslücke im Bereich der Pflegevorsorge leiden. Doch nicht alle haben eine Tochter, einen Sohn oder einen Ehemann an ihrer Seite, die finanziell einspringen können.

Artikel-Tipp

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Gesetzliche Pflegevorsorge: Das ist die Realität

Damit Sie einen Eindruck erhalten, wie hoch die Kostenübernahme in der gesetzlichen Pflegeversicherung ist und mit welchem Eigenanteil Sie im jeweiligen Pflegegrad rechnen müssen, hier einige Zahlen:

  • Wer in Pflegegrad 1 eingestuft ist, erhält keine Leistungen von der gesetzlichen Pflegeversicherung.
  • In Pflegegrad 2 - das entspricht dem Beispielfall - zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 689 Euro, wobei der Eigenanteil der Gesamtkosten in Höhe von 900 Euro bei 211 Euro liegt.
  • Der zu zahlende Eigenanteil liegt in Pflegegrad 3 bei 1.202 Euro, während die Pflegepflichtversicherung 1.298 Euro der Gesamtkosten in Höhe von 2.500 Euro übernimmt.
  • In Pflegegrad 4 steigen die Gesamtkosten auf 3.500 Euro, von denen die gesetzliche Pflegeversicherung 1.612 Euro trägt und Ihr Eigenanteil 1.888 Euro beträgt.
  • Sehr kritisch wird die Finanzierung in Pflegegrad 5, in dem sich die Gesamtkosten auf 4.200 Euro belaufen. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt 1.995 Euro, während auf Sie 2.205 Euro als Eigenanteil entfallen.

Daraus wird deutlich, dass es angesichts der hohen Pflegekosten unmöglich ist, diese ohne eine Pflegeversicherung zu stemmen. Deshalb sollten Sie sich - unabhängig vom Alter - fragen:

  • Möchten Sie bis ins hohe Alter aktiv am Leben teilhaben?
  • Möchten Sie so lange wie möglich in Ihren eigenen vier Wänden bleiben?
  • Möchten Sie verhindern, dass Ihre Familie die für Sie erforderlichen Pflegekosten leisten muss?

Wenn Sie auch im Alter an einem selbstbestimmten und finanziell unabhängigen Leben interessiert sind und diese Fragen mit "Ja" beantwortet haben, sollten Sie sich sehr ernsthaft mit dem Thema "private Pflegeversicherung" auseinandersetzen.

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